Diskurs 2021 – Ring 20.21

Ein multimediales Projekt der Bayreuther Festspiele, realisiert durch die BF Medien GmbH

Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Katharina Wagner
Programmheft: Dr. Marie Luise Maintz

Ein besonderes Ereignis bereiten die Bayreuther Festspiele mit dem „Ring 20.21“ vor: Die Aufführungen der „Walküre“ im Festspielhaus, gestaltet von dem Aktionskünstler Hermann Nitsch, werden eingerahmt durch Auftragswerke in verschiedenen Kunstrichtungen, die alle Teile des „Ring des Nibelungen“ spiegeln, kommentieren, fortschreiben oder neuartig erlebbar machen. Ein Musiktheater zu „Das Rheingold – Immer noch Loge“, das so einige Überraschungen offenbart, eröffnet im Festspielpark mit einer Komposition von Gordon Kampe nach dem Libretto von Paulus Hochgatterer, inszeniert und mit Puppen realisiert von Nikolaus Habjan. In einer multimedialen Arbeit von Jay Scheib kann sich der Zuschauer in „Siegfried“ hineinversetzen und den Drachenkampf führen. Eine Installation zur „Götterdämmerung“ der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota wird im Festspielpark  den Zyklus ebenso filigran wie überwältigend und visionär abschließen.

„Ring 20.21“

29.07. 2021, 03.08.2021 & 19.08.2021

Veranstalter

Bayreuther Festspiele GmbH

Einzelprojekte

Das Rheingold – Immer noch Loge

Oper von Gordon Kampe
nach einem Text von Paulus Hochgatterer

Auftragswerk der Bayreuther Festspiele
Kompositionsauftrag gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung
Realisiert durch die BF Medien GmbH

Das Bayreuther Projekt „Ring 20.21“ wird durch die Oper „Rheingold – Immer noch Loge“ des Komponisten Gordon Kampe nach einem Libretto von Paulus Hochgatterer eröffnet.

Auf einem grünen Hügel, unmittelbar nach dem großen Brand von Walhall: Die Überlebenden der Katastrophe, Erda und die Rheintöchter, halten Gericht über den Brandstifter Loge, der in einem Käfig gefangen ist. In den qualmenden Ruinen verbleiben nur Albträume und Erinnerungen: „Was bleibt übrig, wenn Helden und Götter verbrennen?“

In „Rheingold – Immer noch Loge“ geht es ums Ganze: Mit einigen Überraschungen wird die Fortsetzung der Geschichte von Gordon Kampe und Paulus Hochgatterer erzählt, von Nikolaus Habjan inszeniert und mit Puppen realisiert. Die Kurzoper mit drei Gesangssolisten, Klappmaulpuppen und einem Instrumentalensemble wird in einer Ausstattung von Julius Semmelmann am und im „Teich“ unterhalb des Festspielhauses aufgeführt.

Gordon Kampe über die Komposition: „Die Musik folgt dabei zum einen der Idee einer Gerichtsverhandlung: Ritualisierte Momente, plötzliche Einsprüche und ariose Plädoyers prägen weite Teile des Geschehens. Zum anderen gibt es immer wieder wilde Ausbrüche, treibende Pulse und falsche musikalische Fährten – aus dem Rauch der Arie kann sich ein etwas erheben, das fast ein naives Volkslied sein könnte, gefolgt von einem trockenen Song, in dem Loge den Neid der Beteiligten beklagt – und diese Akkorde hier und da, ob sie sich aus Wagners Rheingold herüberretten konnten? Wem ist zu trauen in diesen albtraumhaften Trümmern? Der Musik sicher nicht.“

Komponist und Musikalische Leitung Gordon Kampe
Libretto Paulus Hochgatterer
Regie Nikolaus Habjan
Bühne und Kostüm Julius Semmelmann
Rheintochter 1 Daniela Köhler
Rheintochter 2 / Erda Stephanie Houtzeel
Rheintochter 3 / Loge Günter Haumer
Puppenspieler 1 Nikolaus Habjan
Puppenspieler 2 Clara Rybaczek
Puppenspieler 3 Stephan Q. Eberhard
Musiker des Festspielorchesters Bayreuth
Das Rheingold

29. 07. 2021, 11:00 Uhr

03. 08. 2021, 11:00 Uhr

19. 08. 2021, 11:00 Uhr

Dauer

60 Minuten (ohne Pause)

Tickets

Tickets für „Das Rheingold – Immer noch Loge“ sind erhältlich bei

Zum Ticketverkauf für „Das Rheingold – Immer noch Loge“

Die Walküre

Der Aktionskünstler Hermann Nitsch wird die „Walküre“ gestalten: „man hat mich als aktionskünstler eingeladen, während des musikalischen ablaufs aller drei akte der walküre ein aktionistisches geschehen auf der bühne zu veranstalten. ich möchte eine malaktion realisieren. die verwendeten geschütteten und verschmierten farben des gesamten regenbogenspektrums werden versuchen mit der farbenpracht der wagnerschen musik im positiven sinn zu konkurieren. die malaktionen sind vorstufen meines eigenen orgien mysterien theaters, welches ich in prinzendorf entwickelt habe. besonders freue ich mich, wenn in den drei akten ununterbrochen leuchtende farben von oben nach unten rinnen werden. die malvorgänge sollen wie musik sein. klänge werden zu farben.“ (Hermann Nitsch)

Zehn erfahrene Nitsch-Akteure und Statisten werden unter der Leitung des Aktionskünstlers die Ausführenden für Malerei, Aktionen und Prozessionen sein, während die Gesangssolisten wie bei einem Oratorium am Rand der Bühne stehen.

Idee, Konzept, Aktionskünstler

 

Hermann Nitsch

 

Malassistentinnen / Malassistenten

 

 

 

 

Katharina Biber
Michaela Hetzel
Pia Kober
Leonhard Kopp
Dagmar Kunert
Erich Roth
Josef Smutný
Andreas Stasta
Federico Vecchi
Judith Weissenböck
Statisten der Bayreuther Festspiele
Die Walküre

29. 07. 2021, 16:00 Uhr

03. 08. 2021, 16:00 Uhr

19. 08. 2021, 16:00 Uhr

Sei Siegfried

Eine Momentaufnahme aus Richard Wagners „Siegfried“ wird zur Erfahrung in einer virtuellen Welt: Jay Scheib, Regisseur und Professor am legendären Forschungsinstitut MIT in Massachusetts, verwandelt das Festspielhaus in einen Erlebnisraum der besonderen Art. Der Drachenkampf als interaktives Kunstwerk findet in der erweiterten Realität statt, der „Virtual Reality“.

Mit neuen Technologien entwickelt Jay Scheib die Kunst der Illusionen, der künstlichen Räume weiter, in denen die Fantasie des Zuschauers die erzählten Geschichten erleben kann. Richard Wagners mythische Erzählung im Ring des Nibelungen lädt dazu ein. „Wagner erfand das unsichtbare Orchester, nun greifen wir seine Vision vom unsichtbaren Theater auf. Die Arbeit mit der Technik der sogenannten ‚Extended‘, ‚Virtual‘ oder ‚Augmented Reality‘ sehen wir als Fortsetzung von Wagners Mission, die vollständige Bühnenillusion zu ermöglichen“, so Jay Scheib. Die virtuelle Szene kann das Publikum mittels einer VR-Brille erleben. In der Animation betreten die Zuschauer das Festspielhaus, in dem sie ein Kampf mit dem Drachen erwartet…

Regie Jay Scheib
Visuelle Gestaltung

 

Joshua Higgason

 

3D-Modellierung des Festspielhauses Ryan Metcalfe mit Team von Preevue (London)
LiDAR scanning des Festspielhauses

 

LoooM (Berlin)

 

Projektleitung Markus Latsch

Maximal sechs Besucher können gleichzeitig mit einer VR-Brille als Siegfried den Drachenkampf live und durch entsprechende Musik unterlegt erleben. Die Zuschauer und die sechs Ausgabecounter der Brillen werden auf dem Wolfgang-Wagner-Platz vor dem „Königsbau“ platziert, der Drachenkampf ist auf eine Gesamtlänge von ca. 3 Minuten ausgelegt. „Sei Siegfried“ ist eine Kooperation mit „NightLight Labs“ (Los Angeles).

Sei Siegfried

29. 07. 2021, 03. 08. 2021, 19. 08. 2021, jeweils in der 1. und 2. Pause sowie bis eine Stunde nach Ende der Vorstellung

Dauer

3 Minuten

Registrierung

Für den virtuellen Drachenkampf „Sei Siegfried“ im Rahmen des Diskurs „Ring 20.21“ ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Wir bitten Sie, sich bis einen Tag vor der Vorstellung, also am 28.Juli, 2. August und 18. August bis 12 Uhr unter siegfried@bayreuther-festspiele.de anzumelden. Bitte geben Sie das gewünschte Veranstaltungsdatum, ihren Namen, Vornamen und die entsprechende Rechnungsnummer ihrer Walküre-Eintrittskarte an. Wir werden Ihnen dann ein Zeitfenster zuweisen und Sie darüber per E-Mail informieren. Der virtuelle Drachenkampf findet in der ersten und zweiten Pause jeweils ab 5 Minuten nach Pausenbeginn und bis 20 Minuten vor Pausenende sowie eine Stunde nach Vorstellungsende auf dem Wolfgang-Wagner-Platz statt. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

Götterdämmerung – The Thread of Fate

Auf der Freifläche im Festspielpark, linksseitig der Auffahrt des Festspielhügels wird die Installation „The Thread of Fate“ („Schicksalsfaden“) der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota, inspiriert durch die Götterdämmerung, zu sehen sein. Die Installation wird vom 29. Juli bis zum Ende der Bayreuther Festspiele 2021 am 25. August allen Interessierten frei zugänglich sein.

Götterdämmerung, das letzte Kapitel von Wagners Der Ring des Nibelungen, beginnt mit den drei Nornen, die den Schicksalsfaden spinnen. Ich frage mich… Ist das Schicksal von Siegfried und Brünnhilde unabänderlich? Oder ist die Welt hoffnungslos? Die Nornen repräsentieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und knüpfen ihre Zeit in das Seil des Schicksals. In dieser Szene sehe ich auch meine Arbeit. So ist es auch bei meinen Fadeninstallationen. Ich möchte die Vergangenheit des Raumes mit der Gegenwart verbinden und etwas Neues für die Zukunft schaffen, an das sich die Menschen durch den Faden erinnern werden. Ich glaube, dass Objekte und der Raum, der uns umgibt, unsere Existenz akkumulieren. Wenn man in einem Raum steht, spürt man die Existenz der Menschen, die Zeit in diesem Raum verbringen. Die rote Skulptur verkörpert die Akkumulation von Beziehungen zueinander. Diese Verbindungen dehnen sich in Zeit und Raum aus, während die Einfachheit des Rings die Einheit, Unendlichkeit und Ewigkeit symbolisiert.“ (Chiharu Shiota)

Götterdämmerung – The Thread of Fate

29. Juli – 25. August

„Ist die Zukunft digital? Musiktheater und virtueller Raum“

Seit es die Theaterkunst gibt, geht es um Illusionen, um künstliche Räume, in denen die Fantasie der Zuschauer die erzählten Geschichten erleben kann. In der Gesprächsreihe von Diskurs Bayreuth geht es in diesem Jahr um die imaginären Räume, von denen auch Richard Wagner träumte: „Nachdem ich das unsichtbare Orchester geschaffen, möchte ich auch das unsichtbare Theater erfinden.“ (1878)

Flankierend zum diesjährigen Bayreuther Projekt „Ring 20.21“ mit dem neuen Stück „Immer noch Loge“ von Gordon Kampe, inszeniert von, Nikolaus Habjan sowie Hermann Nitschs Schüttbild-Aktion zu „Die Walküre“, der Virtual Reality-Arbeit „Sei Siegfried“ von Jay Scheib und der Installation „The Thread of Fate“ von Chiharu Shiota stellen wir die Frage: „Ist die Zukunft digital? Musiktheater und virtueller Raum“. Wie sehen Theaterschaffende vor dem Hintergrund ihrer künstlerischen Arbeit die digitale Zukunft des Theaters? Ist eine „unsichtbare Bühne“ erstrebenswert? Welche Herausforderungen stellt das Digitale an ihre Arbeit? Welchen dieser Themen möchten sie sich stellen? Welchen lieber nicht? Diskurs Bayreuth präsentiert Antworten und Diskussionen.

„Ist die Zukunft digital? Musiktheater und virtueller Raum“

Gespräche und Video-Statements zur Zukunft des Musiktheaters

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