Diskurs 2022 – Kunst und Klima

Am Ende der “Götterdämmerung” ist die Weltesche nur noch Brennholz. Wagners “Ring des Nibelungen” ist voller Bilder, die den Untergang der Götter mit der Zerstörung der Natur in Verbindung bringen. Schon 1850 hat Richard Wagner in seiner Schrift “Kunst und Klima” auf das Verhältnis von Kunst und Umwelt reagiert – wobei er nicht zuletzt das geistige Klima meinte. “Diskurs Bayreuth” erforscht die Wechselwirkungen: Welche Ansprüche werden heute an die Kunst gerichtet? Hat sie ihre Autonomie verspielt? War sie jemals autonom? Welches Erneuerungspotenzial findet sich aus heutiger Sicht in Wagners „Kunstwerk der Zukunft“, das er sich als das „denkbare gemeinsame Werk der Menschen“ vorstellte? Hat er dies im “Ring des Nibelungen” verwirklicht? 

“Diskurs Bayreuth” verlässt in diesem Jahr die geschlossenen Gelehrtenstuben und geht hinaus in die Stadt und in die Natur. Auf vier diskursiven Pilgerpfaden, die vom Publikum für die Dauer der Festspiele mit Smartphone und Kopfhörern erschlossen werden können, verwandelt sich die Festspielstadt in ein Theoriegelände, wo Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft, Autonomie und Gesamtkunstwerk befragen.

„Kunst und Klima“

24. Juli bis 31. August 2022

Vier Routen

Im Festspielpark – Rund um den “Canale Grande” – Vom Festspielhaus Richtung Bürgerreuth – Bei Wahnfried

Mehr zu den Routen und deren Ausgangspunkt wird in Kürze veröffentlicht.