Semyon Bychkov
Die Amtszeit von Semyon Bychkov als Chefdirigent und Musikdirektor der Tschechischen Philharmonie – von Gramophone zum „Orchester des Jahres 2024“ gekürt – begann mit Konzerten in Prag, London, New York und Washington anlässlich des 100. Jahrestags der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei. Im darauffolgenden Jahr fand das Tschaikowsky-Projekt seinen Höhepunkt: Konzerte, Residenzen und Einspielungen sämtlicher Tschaikowsky-Sinfonien mit dem Orchester sowohl in Prag als auch auf internationalen Tourneen.
Im Jahr der Tschechischen Musik 2024 standen tschechische Komponisten im Mittelpunkt. Neben den Einspielungen von Smetanas Má vlast – von BBC Music Magazine zur „Orchesteraufnahme des Jahres 2025“ gewählt – sowie Dvořáks Sinfonien Nr. 7, 8 und 9 bildete tschechische Musik den Schwerpunkt umfangreicher Europatourneen und einer Konzertreise durch die USA, die unter anderem drei Konzerte in der Carnegie Hall umfasste. In der aktuellen Saison dirigiert Bychkov neben den Abonnementkonzerten in Prag Tourneen mit der Tschechischen Philharmonie nach Taiwan, Japan, Korea, Österreich, Italien, Deutschland, Luxemburg, Schweden und Finnland. Im Frühjahr 2026 veröffentlicht PENTATONE den vollständigen Mahler-Zyklus, der in den vergangenen acht Spielzeiten mit dem Orchester entstanden ist.
Bychkov verbindet auf einzigartige Weise angeborene Musikalität mit der Strenge der russischen Dirigentenschule. Sein Repertoire umfasst vier Jahrhunderte Musikgeschichte. Er ist regelmäßiger Gast bei den bedeutendsten internationalen Orchestern und Opernhäusern und hat zahlreiche Einspielungen vorgelegt, unter anderem mit den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra und dem Orchestre de Paris. In der aktuellen Saison dirigiert er eine Neuinszenierung von Tschaikowskys Eugen Onegin an der Pariser Oper und kehrt für Konzerte zum Royal Concertgebouw Orchestra, zum Gewandhausorchester Leipzig, zur Accademia Nazionale di Santa Cecilia, zu den Berliner Philharmonikern sowie zu den New Yorker Philharmonikern zurück.
Zu seinen Referenzeinspielungen mit dem WDR Sinfonieorchester Köln zählen sämtliche Brahms-Sinfonien sowie Werke von Richard Strauss, Mahler, Schostakowitsch, Rachmaninow, Verdi, Detlev Glanert und York Höller. Seine Aufnahme von Tschaikowskys Eugen Onegin aus dem Jahr 1992 wurde vom Magazin Opera zu den 30 bedeutendsten Operneinspielungen aller Zeiten gezählt und 2020 von BBC Radio 3 in der Sendung Building a Library als Referenzaufnahme empfohlen. Wagners Lohengrin wurde 2010 vom BBC Music Magazine zur „Aufnahme des Jahres“ gewählt, Franz Schmidts Sinfonie Nr. 2 mit den Wiener Philharmonikern 2018 zur „Aufnahme des Monats“.
Wie die Tschechische Philharmonie selbst steht auch Bychkov zwischen den musikalischen Traditionen Ost- und Westeuropas. Er wurde 1952 in St. Petersburg geboren, emigrierte 1975 in die Vereinigten Staaten und lebt heute in Europa. 1989 kehrte er als Erster Gastdirigent der St. Petersburger Philharmoniker in die damalige Sowjetunion zurück und wurde im selben Jahr Musikdirektor des Orchestre de Paris. 1997 übernahm er das Amt des Chefdirigenten des WDR Sinfonieorchesters Köln, ein Jahr später wurde er Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle an der Semperoper Dresden. Darüber hinaus trägt er Ehrentitel beim BBC Symphony Orchestra sowie an der Royal Academy of Music.
2015 wurde Semyon Bychkov bei den International Opera Awards als „Dirigent des Jahres“ ausgezeichnet. 2022 verlieh ihm Musical America dieselbe Ehrung.
Mitwirken in Bayreuth
| Jahr | Werk | Funktion/Rolle |
|---|---|---|
| 2025 | Tristan und Isolde | Musikalische Leitung |
| 2024 | Tristan und Isolde | Musikalische Leitung |
| 2019 | Parsifal | Musikalische Leitung |
| 2018 | Parsifal | Musikalische Leitung |