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Wolfgang Wagner, Festspielleiter – zum 100. Geburtstag

Die Welt kannte ihn und er kannte die Welt, er war eine ebenso hochgeschätzte wie häufig auch unterschätzte Persönlichkeit. Sein gesamtes Leben war untrennbar mit den Bayreuther Festspielen verbunden – ohne sein Wirken sind diese nicht vorstellbar. Er, der Wagner-Enkel, der seine Abstammung nie als Privileg oder Qualitätsprädikat per se verstand, lebte ganz für die Festspiele, was er jedoch keineswegs als Opfer empfand, vielmehr als freigewählte und daher selbstverständliche Pflicht. Dieser kam er ohne großes Aufheben und ohne besondere Eitelkeit aus tief verinnerlichter Verantwortung nach. Über Jahrzehnte – er leitete die Bayreuther Festspiele seit 1950, zuerst gemeinschaftlich mit seinem älteren Bruder Wieland, nach dessen frühem Tod allein bis 2008 – verkörperte er für viele die Festspiele wie kein anderer. In der Wahrnehmung mancher erschien dies wie eine Symbiose, ja Identifikation zwischen Person und Institution. Es ist nur allzu verständlich, dass dies neben Bewunderung auch vielfach Kritik hervorrief. Das Wagnersche Vermächtnis überhaupt und die Bayreuther Festspiele haben ihm unendlich viel zu verdanken, worüber in kommender Zeit aus größerem Abstand noch eingehend zu diskutieren sein wird. „Er war ein Mann, nehmt alles nur in allem, ich werde nimmer seinesgleichen sehn. “ (Shakespeare) Heute vor 100 Jahren wurde Wolfgang Wagner in Bayreuth geboren. Wir verneigen uns in Respekt.

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