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Freispruch für Richard Wagner …

17 Minuten tosender Beifall, orkanartige Bravostürme, Standing Ovations. Es dauerte lange, bis das begeisterte Publikum das „Meistersinger“-Ensemble zur Premierenfeier entließ….
Immer wieder wurden Solisten und Chor auf die Bühne gerufen, und Regisseur Barrie Kosky erlebte eine für ihn recht ungewöhnliche Publikumsreaktion: beinahe einhellige Zustimmung für sich und sein ganzes Team. Dabei problematisiert der gebürtige Australier in seiner Inszenierung den Antisemitismus des Wagner-Clans, verwebt Villa Wahnfried (hier spielt der 1. Akt), Judenpogrome und die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse (3. Akt.). Dort erteilt er dem Schaffen Richard Wagners einen Freispruch: die mittelalterlich gekleidete „Meistersinger“-Personage besetzt den Gerichtssaal, feiert dort ein musikalisches Happening (auch als Festwiese bekannt). Auf den Tischen von Richtern, Verteidigung und Anklage tanzt sich das Volk seinen Wagner aus den Anklageakten zurück. Besonders vom Publikum gefeiert: Michael Volle (Hans Sachs), Johannes Martin Kränzle (Beckmesser), Klaus Florian Vogt (Stolzing) und Philippe Jordan (Musikalische Leitung).

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