Aufführungsdatenbank

Josef Greindl

Er studierte 1932-36 an der Münchner Musikakademie bei Paul Bender und bei Anna Bahr-Mildenburg. 1936 fand sein Debüt am Stadttheater von Krefeld als Hunding in der »Walküre« statt. Er blieb bis 1938 in Krefeld und sang 1938-42 am Opernhaus von Düsseldorf, wo er 1941 in der Uraufführung der Oper »Die Hexe von Passau« von Ottmar Gerster mitwirkte.Er wurde 1942 durch den Intendanten Heinz Tietjen an die Berliner Staatsoper geholt, deren Mitglied er bis 1948 blieb. 1941 nahm er dort an der Uraufführung der Oper »Das Schloß Dürande« von Othmar Schoeck teil. 1948 kam er an die Städische Oper (später Deutsche Oper) Berlin, an der bis 1970 (in insgesamt 1369 Vorstellungen) aufgetreten ist und war seit 1956 gleichzeitig auch Mitglied der Wiener Staatsoper. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kam er zu einer großen internationalen Karriere. Kein Sänger ist so oft bei den Bayreuther Festspielen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetreten wie Josef Greindl. 1943 sang er dort bereits den Pogner in den »Meistersingern« und wiederholte diese Partie 1956-57 und 1959; er sang in Bayreuth den Landgrafen im »Tannhäuser« (1954-55, 1961-62, 1964), den Hans Sachs in den »Meistersingern« (1960-61, 1963-64), den Daland im »Fliegenden Holländer« (1959-61, 1965), den Gurnemanz (1954-57, 1959-60, 1962-64, 1966, 1968-69) wie den Titurel (1952-54, 1958-59, 1961) im »Parsifal«, den König Heinrich im »Lohengrin« (1953-54), den Marke im »Tristan« (1958, 1962-63), den Fafner (1952-55, 1957-58, 1967), den Fasolt (1956, 1966), den Wanderer (1965, 1967-68) und den Hagen (1952-58, 1965-69) im Nibelungenring. Bei den Salzburger Festspielen gastierte er 1949-52 als Sarastro in der »Zauberflöte«, 1950 als Rocco im »Fidelio« und als Commendatore im »Don Giovani«, dazu trat er dort als Solist in Konzerten auf. Am 9.8.1949 wirkte er bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung von Carl Orffs »Antigonae« mit, am 18.12.1948 an der Städtischen Oper Berlin in »Circe« von Werner Egk. 1959 gestaltete er an der Städtischen Oper Berlin in der ersten deutschen Bühnenaufführung von »Moses und Aron« von Schönberg den Moses. Gastspiele trugen ihm in London und Paris (1955, 1960), an der Mailänder Scala und am Teatro Colón von Buenos Aires große Erfolge ein. 1952 wurde er an die New Yorker Metropolitan Oper berufen, wo er als König Heinrich im »Lohengrin« debütierte, aber während der Saison 1952-53 nur im zwei Wagner-Partien auftrat. Er galt als einer der größten Wagner-Sänger seiner Zeit. Bei den Festspielen von Schwetzingen nahm er 1971 an der Uraufführung der Oper »Melusine« von Aribert Reimann teil. Am 20.8.1973 sang er bei den Salzburger Festspielen nochmals in der Uraufführung von »De temporum fine Comoedia« von C. Orff den Prolog und den Chorführer. Seit 1961 lehrte er an der Musikhochschule von Saarbrücken, seit 1973 bekleidete er eine Professur an der Musikhochschule Wien. 1981 trat er an der Deutschen Oper Berlin nochmals als Waldner in »Arabella« von Richard Strauss auf. - Seine Tochter Gudrun Greindl-Rosner wurde ebenfalls als Bühnen- und Konzertsängerin bekannt und sang auf DGG in »Die Verschworenen« von Schubert, auf HMV im »Evangelimann« von W. Kienzl kleinere Partien. - Josef Greindl verfügte über eine machtvolle ausdrucksvolle Baßstimme, deren Klarheit der Deklamation wie deren stilistisches Einfühlungsvermögen im seriösen wie im Buffo-Fach große Leistungenn aufzuweisen hatte, nicht zuletzt auch im Konzertgesang.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999

Mitwirken in Bayreuth

Jahr Werk Funktion/Rolle
1969 Parsifal Gurnemanz
1969 Siegfried Fafner
1969 Götterdämmerung Hagen
1969 Die Walküre Hunding
1969 Das Rheingold Fafner
1968 Parsifal Gurnemanz
1968 Siegfried Der Wanderer
1968 Götterdämmerung Hagen
1968 Die Walküre Hunding
1968 Das Rheingold Fafner
1967 Siegfried Der Wanderer
1967 Götterdämmerung Hagen
1967 Die Walküre Hunding
1967 Das Rheingold Fafner
1966 Parsifal Gurnemanz
1966 Götterdämmerung Hagen
1966 Das Rheingold Fasolt
1966 Die Walküre Hunding
1966 Tannhäuser Landgraf Hermann
1965 Siegfried Der Wanderer
1965 Götterdämmerung Hagen
1965 Der fliegende Holländer Daland
1964 Parsifal Gurnemanz
1964 Die Meistersinger von Nürnberg Hans Sachs, Schuster
1963 Parsifal Gurnemanz
1963 Die Meistersinger von Nürnberg Hans Sachs, Schuster
1963 Tristan und Isolde Marke
1962 Tannhäuser Landgraf Hermann
1962 Tristan und Isolde Marke
1962 Parsifal Gurnemanz
1961 Tannhäuser Landgraf Hermann
1961 Der fliegende Holländer Daland
1961 Die Meistersinger von Nürnberg Hans Sachs, Schuster
1961 Parsifal Titurel
1960 Der fliegende Holländer Daland
1960 Die Meistersinger von Nürnberg Hans Sachs, Schuster
1960 Parsifal Gurnemanz
1959 Der fliegende Holländer Daland
1959 Die Meistersinger von Nürnberg Veit Pogner, Goldschmied
1959 Parsifal Titurel
1959 Parsifal Gurnemanz
1958 Tristan und Isolde Marke
1958 Götterdämmerung Hagen
1958 Siegfried Fafner
1958 Die Walküre Hunding
1958 Das Rheingold Fafner
1958 Parsifal Titurel
1957 Die Meistersinger von Nürnberg Veit Pogner, Goldschmied
1957 Götterdämmerung Hagen
1957 Die Walküre Hunding
1957 Das Rheingold Fafner
1957 Parsifal Gurnemanz
1956 Die Meistersinger von Nürnberg Veit Pogner, Goldschmied
1956 Götterdämmerung Hagen
1956 Die Walküre Hunding
1956 Das Rheingold Fasolt
1956 Parsifal Gurnemanz
1955 Tannhäuser Landgraf Hermann
1955 Götterdämmerung Hagen
1955 Siegfried Fafner
1955 Die Walküre Hunding
1955 Das Rheingold Fafner
1955 Parsifal Titurel
1955 Parsifal Gurnemanz
1954 Tannhäuser Landgraf Hermann
1954 Lohengrin Heinrich der Vogler
1954 Götterdämmerung Hagen
1954 Siegfried Fafner
1954 Die Walküre Hunding
1954 Das Rheingold Fafner
1954 Parsifal Gurnemanz
1954 Parsifal Titurel
1953 Lohengrin Heinrich der Vogler
1953 Götterdämmerung Hagen
1953 Siegfried Fafner
1953 Die Walküre Hunding
1953 Das Rheingold Fafner
1953 Parsifal Titurel
1952 Götterdämmerung Hagen
1952 Die Walküre Hunding
1952 Das Rheingold Fafner
1952 Parsifal Titurel

* 23.12.1912 in München

† 16.04.1993 in Wien

Stimmlage: Baß