„Nach Tristan“ – Eine Reise aus der Vergangenheit rückwärts in die Gegenwart

Eine Reise aus der Vergangenheit rückwärts in die Gegenwart nach Motiven von Wagners TRISTAN UND ISOLDE mit Szenen aus QUARTETT von Heiner Müller und aus dem TOTENTANZ von August Strindberg mit Dagmar Manzel, Sylvester Groth und Felix Kroll in einer Inszenierung von Ingo Kerkhof.

Regie

Ingo Kerkhof

Bühnenbild und Kostüme

Jessica Rockstroh

Musik

Felix Kroll

Dramaturgie

Gerhard Ahrens

Schauspielerin

Dagmar Manzel

Schauspieler

Sylvester Groth

“NACH TRISTAN” – Eine Reise aus der Vergangenheit rückwärts in die Gegenwart

Was das Mittelalter als Folge einer Zauberei oder eines Fluches ansah, suchte und feierte die Romantik als die intensivste Offenbarung. Solche Verzehrung durch die Leidenschaft zu erleben, war die Sehnsucht der romantischen Liebespaare, auch wenn der Leidenschaft gewordene Trieb die größte Tyrannei ausübt. Er kassierte die sozialen Bedingungen, indem sie sich, bis ins épater le bourgeois, von der Gesellschaft und deren Sitten und Bräuchen löste.
Franz Blei, „Formen der Liebe“

Ein Abend für Zuschauer, die nach dem Besuch der Tragödie TRISTAN UND ISOLDE, noch tief erschüttert vom Ableben der Protagonisten, in der Komödie QUARTETT von Heiner Müller das Fortleben beider in Gestalt der Antagonisten Marquise de Merteuil und Vicomte de Valmont erleben wollen.

1982 hatte Heiner Müller die Acteure und Actricen aus Choderlos de Laclos‘ GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN in seinem Stück zu neuem Leben erweckt. 1993 als Regisseur bei seiner Inszenierung des TRISTAN in Bayreuth entdeckte Müller, dass QUARTETT eine Fortsetzung von Wagners TRISTAN sei, wenn man bei der Handlung ein Happyend voraussetzt: „Wenn die sich gekriegt hätten, wäre es zehn oder zwanzig Jahre später so zugegangen wie in QUARTETT.“

In beiden Werken, der Oper wie dem Schauspiel, spielt die Liebe ein seltsames Spiel. Wagners Tragödie fasziniert als Endspiel der Liebe mit der ebenso schauerlichen wie süßen Unendlichkeit des Todes. Und Müllers QUARTETT stellt im Nachgang der Tragödie ein ängstlich-lustiges Satyrspiel dar, Lusthaus der Geschlechterspannungen und Schreckenskammer zugleich von Verwandlungen, die bei diesem Theaterabend ausagiert werden im Rollentausch der Geschlechter.

Der Abend spielt als Danse macabre und Totentanz in Strindbergs Manier mit der Angst vor der Verwandlung, von der wir heimgesucht werden und von der Heiner Müller auch gesprochen hat: „Die letzte Verwandlung ist der Tod — das ist der Fluchtpunkt von Theater überhaupt.“

Termine

  • Dienstag, 26. Juli 2022, 19:30 Uhr
  • Donnerstag, 28. Juli 2022, 19:30 Uhr
  • Samstag, 30. Juli 2022, 19:30 Uhr
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