
Kaum eine zweite Theateraufführung des 19. Jahrhunderts ist als wirkungsästhetisches Dokument von so tiefgehender Bedeutung wie die Erstaufführung von Wagners Tannhäuser 1861 in Paris, die als
größter Opernskandal ihrer Zeit in die Geschichte einging. So leidenschaftlich der Proteststurm auf der einen, so nachhaltig die Begeisterung auf der anderen Seite. Ganz ähnliche Reaktionen waren
gut einhundert Jahre später auch in Bayreuth zu besichtigen, als in Götz Friedrichs Inszenierung 1972 wiederum der Tannhäuser Stein des Anstoßes neuerlicher widerstreitender Gefühlsausbrüche
wurde. Es liegt insofern nahe, gerade den Tannhäuser als Ausgangspunkt dafür zu nehmen, gleichermaßen nach dem Verhältnis von Oper und Emotion wie nach jenem von apollinischer Ordnung und
dionysischem Rausch in der Oper zu fragen. Woher rührt das Wirkungspotential des so titulierten „Kraftwerks der Gefühle“, und wieso tun sich gerade die Wagnerianer als besonders
leidenschaftlich in Treue und Hingabe wie in Wut und Ablehnung hervor? Und spricht die Kontinuität in den Reaktionen auf den Tannhäuser eher gegen eine historische Spezifik von Emotionen? Diese
und andere Fragen sollen in dem Symposion diskutiert werden, ergänzt durch eine Podiumsdiskussion zur diesjährigen Bayreuther Neuinszenierung des Tannhäuser.
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11.00 |
Begrüßung Festspielleitung |
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11.30 - |
Ute Frevert (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin)
Gerhard Neumann (Ludwig-Maximilians-Universität München / Freie Universität Berlin) |
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13.30 - |
Friedemann Kreuder (Johannes Gutenberg Universität Mainz) Männliche Mattheit, weibliche Wucht. Zur imaginierten Weiblichkeit in der Affektdarstellung von Richard Wagners Tannhäuser
Sieghart Döhring (Forschungsinstitut für Musiktheater, Schloss Thurnau, Universität Bayreuth) |
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15.00 - |
Arbeit zwischen Rausch und Traum Podiumsdiskussion zur diesjährigen Bayreuther Neuproduktion des Tannhäuser
Mit Sebastian Baumgarten, Johannes Hoff, Christoph Menke, Clemens Risi, Sabine Maria Schmidt |
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10.30 - |
Ryan Minor (The State University of New York, Stony Brook)
Gundula Kreuzer (Yale University)
Bettina Brandl-Risi (Freie Universität Berlin) |
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13.00- |
Matthew Wilson Smith (Boston University)
Thomas Macho (Humboldt-Universität zu Berlin) |
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15.00 - |
Die Bilder werden bleiben. |
