Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Simon Estes
Portraitfoto Simon Estes
Portraitfoto Simon Estes <b>Simon Estes als Amfortas</b>. Parsifal (Inszenierung von Götz Friedrich 1982 – 1988) <b>Simon Estes als Amfortas</b>. Parsifal (Inszenierung von Götz Friedrich 1982 – 1988)
<b> Simon Estes als Holländer. </b> Der Fliegende Holländer (Inszenierung von Harry Kupfer 1978 - 1985)

Simon Estes

Er entstammte einer armen farbigen Familie und wollte zunächst Theologie, dann Medizin studieren. 1963 gab er jedoch dieses Studium auf, um seine schöne Stimme ausbilden zu lassen. Sein Gesanglehrer war Charles Kellis an der University of Iowa. Er wurde mit Hilfe eines Stipendiums in die Opernklasse der New Yorker Juilliard School aufgenommen. Seine Karriere entwickelte sich sehr schnell; dabei war er gleich erfolgreich auf der Opernbühne wie auch als Oratorien- und Liedersänger. 1965 gewann er den internationalen Gesangwettbewerb von München, 1966 den Tschaikowsky-Concours in Moskau. Sein erstes Engagement von Bedeutung kam 1965 am Deutschen Opernhaus Berlin zustande. Bereits am 25.9.1965 wirkte er an der Akademie der Künste in Berlin in der Uraufführung der Oper »Der Traum des Liu-Tung« von Isang Yun mit, 1966 an der Hamburger Staatsoper in der von »Die Heimsuchung« (»The Visitation«) von Gunther Schuller. Seit 1976 Mitglied des Opernhauses von Zürich, wo er seinen Wohnsitz nahm. Hier hatte er seine ersten großen Bühnenerfolge als Fliegender Holländer und als Porgy in »Porgy and Bess«. Er trat in Zürich auch als Macbeth und als Attila in diesen beiden Verdi-Opern auf, als Jochanaan in »Salome«, als Orest in »Elektra« von R. Strauss, als Gremin im »Eugen Onegin« und als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«. Gastspiele führten ihn an die Opernhäuser in aller Welt. 1976 erreichte er die New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Oroveso in »Norma« von Bellini). Dort übernahm er 1985 die Partie des Porgy in der denkwürdigen Premiere von Gershwins »Porgy and Bess«. In einem langjährigen Wirken an diesem Haus sang er dort u.a. den Amonasro in »Aida«, den Landgrafen im »Tannhäuser«, den Amfortas im »Parsifal«, den Orest in »Elektra« von R. Strauss und 1981 und 1986-88 als erster farbiger Sänger die Partie des Wotan im Nibelungenring. Man feierte ihn an der Mailänder Scala (1977 Arkel in »Pelléas et Mélisande«), in seiner amerikanischen Heimat an den Opern von Chicago, San Francisco, Boston und Philadelphia, in der UdSSR, wo er am Moskauer Bolschoj Theater auftrat, in Australien, Deutschland, Frankreich, in der Schweiz, in England und bei Tourneen in Afrika. 1978 gastierte er an der Hamburger Staatsoper als König Philipp in Verdis »Don Carlos«. 1980 zu Gast an der Grand Opéra Paris. Bei den Bayreuther Festspielen 1978-81 sang er als erster farbiger Sänger mit spektakulären Erfolg die Titelrolle im »Fliegenden Holländer«, 1982 den Amfortas bei der Jahrhundertfeier des »Parsifal«. Als Fliegender Holländer wie als Amfortas stand er bis 1985 in Bayreuth im Mittelpunkt der Wagner-Festspiele. Trotz dieser großen Erfolge in Bayreuth übertrug man ihm dort nicht 1983 die Partie des Wotan, die allgemein als seine große Glanzrolle galt, und den er (nach seinem glanzvollen Debüt in dieser Partie 1981 an der Metropolitan Oper) in der Spielzeit 1984-85 an der Deutschen Oper Berlin, 1984 an der Grand Opéra Paris, 1991 am Teatro Liceo Barcelona, 1990 am Theater von Bonn und 1989 beim Gastspiel der Deutschen Oper Berlin in Warschau (Wanderer im »Siegfried«) mit grandiosem Erfolg vortrug. 1983 in Genf, 1986 in Zürich als Jochanaan in »Salome«, 1986 an der Covent Garden Oper bei seinem Debüt als Fliegender Holländer gefeiert. 1984 gastierte er bei den Festspielen von Orange als König Philipp im »Don Carlos« von Verdi; eine weitere große Kreation des Künstlers war der Boris Godunow. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1983 das Baß-Solo im Stabat mater von Rossini, 1991 in Rom vor Papst Johannes Paul II. im Mozart-Requiem (zum 200. Todestag des Meisters). Beim Festival von Saint-Denis trat er 1991 in der Titelrolle von Rossinis »Mosè in Egitto« auf, 1993 an der Opéra Bastille Paris als Fliegender Holländer, am Opernhaus von Leipzig als Boris Godunow, 1994 beim Festival von Orange als Zaccaria im »Nabucco« von Verdi, 1995 an der Covent Garden Oper London als Amonasro. 1996 sang er den Porgy in der denkwürdigen Premiere von Gershwins »Porgy and Bess« an der Oper von Kapstadt, in Toronto den Jochanaan. Neben der Pracht und Tonfülle seiner Stimme und der musikalischen Reife seines Vortrags erregte sein intelligentes darstellerisches Talent immer wieder größte Bewunderung. Hervorragender Konzert-, Oratorien- und Liedersänger Er sang vor Präsident Bush im Weißen Haus in Washington, war zweifacher Ehrendoktor amerikanischer Universitäten und unterrichtete an der Juilliard School of Music in New York.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Pitch of voice:
Baß-Bariton

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
1985 Parsifal Amfortas
1985 Der fliegende Holländer Der Holländer
1984 Parsifal Amfortas
1984 Der fliegende Holländer Der Holländer
1983 Parsifal Amfortas
1982 Parsifal Amfortas
1982 Der fliegende Holländer Der Holländer
1981 Der fliegende Holländer Der Holländer
1980 Der fliegende Holländer Der Holländer
1979 Der fliegende Holländer Der Holländer
1978 Der fliegende Holländer Der Holländer



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