Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Helga Dernesch (1965)
Portraitfoto Helga Dernesch (1965)
Portraitfoto Helga Dernesch (1965) <b>Helga Dernesch als Eva</b>. Die Meistersinger von Nürnberg (Inszenierung von Wolfgang Wagner  1968 – 1975) <b>Helga Dernesch als Freia</b>. Der Ring des Nibelungen (Inszenierung von Wieland Wagner 1965 – 1969)

Helga Dernesch

Nachdem sie bereits in einer Schüleraufführung der »Fledermaus« die Rosalinde gesungen hatte, erfolgte ihre Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien. Zunächst sang sie als Konzertsopranistin in Oratorien und Kantaten. 1961 wurde sie an das Stadttheater von Bern (Schweiz) verpflichtet, wo sie als Marina im »Boris Godunow« debütierte und Rollen wie die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, aber auch bereits ihre ersten Wagner-Partien, sang. 1963 wurde sie an das Staatstheater von Wiesbaden engagiert, an dem sie bis 1966 blieb. Sie spezialisierte sich jetzt auf die Interpretation der großen Wagner-Heroinen. Wieland Wagner verpflichtete sie 1967 für eine Japan-Tournee mit dem Bayreuther Festspiel-Ensemble. 1965-67 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth die Wellgunde, 1968-69 die Freia und die Gutrune im Ring- Zyklus, 1967 die Elisabeth im »Tannhäuser«, 1966-69 die Ortlinde in der »Walküre« und ein Blumenmädchen im »Parsifal«, 1969 die Eva in den »Meistersingern«. Seit 1966 war sie Mitglied des Opernhauses von Köln, seit 1970 als ständiger Gast dort tätig. Dazu hatte sie immer wieder große Erfolge an der Wiener Staatsoper und am Deutschen Opernhaus Berlin. 1969 sang sie erstmalig unter H. von Karajan bei den Festspielen von Salzburg und widmete sich nun endgültig dem hochdramatischen Fach; sie galt bald als große Interpretin von Partien wie der Brünnhilde oder der Isolde innerhalb ihrer Generation; 1971 erschien sie in Salzburg auch als Leonore im »Fidelio«, 1982 in einer konzertanten Aufführung der Oper »Penthesilea« von Othmar Schoeck. Es folgten glanzvolle Gastspiele an der Londoner Covent Garden Oper (seit 1970 als Sieglinde, Chrysothemis, Fidelio, Marschallin und Färbersfrau), 1970 beim Edinburgh Festival, in Hamburg und München; an der Grand Opéra Paris 1972 als Sieglinde bewundert. 1970 hörte man sie am Teatro San Carlos Lissabon, 1969 und 1970 am Teatro Liceo Barcelona, 1968 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1968 an der Oper von Rom, 1970 in Amsterdam und Budapest, 1986 in Madrid. Am 23.10.1972 sang sie an der Deutschen Oper Berlin die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Elisabeth Tudor« von Wolfgang Fortner, an der Oper von Dallas 1981 die Leonore im »Fidelio« (USA-Debüt), in San Francisco 1982 die Herodias in »Salome« von R. Strauss, 1984-85 die Erda, die Fricka und die Waltraute im Nibelungenring. 1973 gastierte sie in New York zusammen mit dem Chicago Orchestra, am 9.7.1978 an der Münchner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Lear« von Aribert Reimann (als Goneril, anschließend Aufnahme auf DGG). Seit 1979 ging sie ins Mezzosopranfach über. 1984 nahm sie an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper teil. 1985 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Marfa in »Khovantchina« von Mussorgsky; sie wirkte an diesem Haus 1989 in den Aufführungen des Nibelungenrings als Fricka und als Waltraute mit und übernahm dort auch die Partien des Orlowsky in der »Fledermaus«, der Herodias in »Salome« und der Amme in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1994 die der alten Priorin in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc, 1995 die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss. 1987 gastierte sie auch an der Mailänder Scala als Herodias. 1986 wirkte sie in München in einer weiteren Uraufführung einer Oper von A. Reimann mit, als sie die Partie der Hekabe in dessen »Troades« sang. 1987 und1989 gastierte sie an der Covent Garden Oper London als Amme in der »Frau ohne Schatten«, 1990 in Los Angeles als Fricka, in Los Angeles auch als Quickly im »Falstaff« von Verdi, 1992 an der Opéra Bastille Paris als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, in München als Kurfürstin im »Prinzen von Homburg« von H.W. Henze, 1994 an der Staatsoper Dresden als Pytia in »Melusine« von A. Reimann, 1995 an der Staatsoper Hamburg als Principessa in »Suor Angelica« und als Zita in »Gianni Schicchi« von Puccini, 1996 am Theater von Bern (Schweiz) als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Verheiratet mit dem Tenor Werner Krenn (* 1943). - Neben der dramatischen Aussagekraft ihrer groß dimensionierten Stimme rühmte man ihre eminente darstellerische Begabung.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Pitch of voice:
Sopran/Mezzosopran

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
1969 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1969 Götterdämmerung Gutrune
1969 Die Walküre Ortlinde
1969 Das Rheingold Freia
1969 Die Meistersinger von Nürnberg Eva, Pogners Tochter
1968 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1968 Götterdämmerung Gutrune
1968 Die Walküre Ortlinde
1968 Das Rheingold Freia
1967 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1967 Götterdämmerung Wellgunde
1967 Die Walküre Ortlinde
1967 Das Rheingold Wellgunde
1967 Tannhäuser Elisabeth, Nichte des Landgrafen
1966 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1966 Götterdämmerung Wellgunde
1966 Das Rheingold Wellgunde
1966 Die Walküre Ortlinde
1965 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1965 Götterdämmerung Wellgunde
1965 Das Rheingold Wellgunde



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