Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Ramon Vinay (1954)
Portraitfoto Ramon Vinay (1954)
Portraitfoto Ramon Vinay (1954) <b> Ramon Vinay als Siegmund.</b> Der Ring des Nibelungen (Inszenierung von Wieland Wagner 1951 - 1958) <b> Ramon Vinay als Parsifal.</b> Parsifal (Inszenierung von Wieland Wagner 1951 - 1973)
<b> Ramon Vinay als Tristan.</b> Tristan und Isolde (Inszenierung von Wieland Wagner 1952 - 1953)

Ramon Vinay

* 31.08.1911 in Chillan, Chile
† 04.01.1996 in Puebla, Mexiko

Sein Vater war Franzose, die Mutter Italienerin. Er erhielt seine Erziehung in Frankreich am Lycée Gassendi in Digne und kam dann zu seiner Familie zurück, die inzwischen nach Mexiko verzogen war. Er wurde in Mexiko City durch den Pädagogen José Pierson unterrichtet, bildete sich jedoch weitgehend selbst zum Sänger aus. 1938 debütierte er im Bariton-Fach bei einer Wanderoper in Mexico City als Graf Luna im »Troubadour« und sang dort später den Amonasro in »Aida«, den Alfonso in »La Favorita« (1931), den Rigoletto und den Sacrpia in »Tosca«. Sechs Jahre hindurch sang er in Mexiko als Bariton, trat aber nach nochmaligen Studien bei René Maison in New York 1943 in seiner ersten Tenor-Partie, dem José in »Carmen«, in Mexico City, dann an der New York City Centre Opera, auf. 1945-46 und 1948 war er an diesem Opernhaus engagiert, wo er den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und wieder den José sang; man hörte ihn dort auch als Cavaradossi in »Tosca« und als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini. 1944 sang er seinen ersten Othello an der Oper von Mexico City. Diese, seine große Glanzrolle, hat er im Verlauf seiner Karriere mehr als 250mal gesungen, darunter 1947 in einer Radiosendung der NBC, dann auch in einer Schallplattenaufnahme, unter Arturo Toscanini. 1947 erschien er erstmalig in Europa, und zwar in Turin. Sein Othello brachte ihm 1947-48 an der Mailänder Scala einen sensationellen Erfolg. 1948 sang er die gleiche Partie bei den Festspielen in der Arena von Verona. 1951 feierte man ihn als Othello bei den Salzburger Festspielen unter Wilhelm Furtwängler. 1946-61 war er Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: José in »Carmen«). Er ist an diesem Opernhaus während 16 Spielzeiten in 14 Partien aufgetreten, die er in 121 Vorstellungen zum Vortrag brachte, wobei er als Othello von Verdi, als Radames in »Aida«, als Canio im »Bajazzo«, als Samson, als Tristan und als Herodes in »Salome« von R. Strauss seine großen Erfolge hatte. 1966 sang er an der Metropolitan Oper, jetzt als Bariton, in einer einzigen Vorstellung den Bartolo im »Barbier von Sevilla«. Er gastierte an der Staatsoper von Wien, an der Covent Garden Oper London (1950 mit dem Ensemble der Mailänder Scala als Othello, 1953-60 im Wagner-Repertoire) an der Grand Opéra Paris (1958 als Othello und als Herodes in »Salome«), am Teatro Colón Buenos Aires, in Chicago und San Francisco. 1950 sang er an der Oper von San Francisco seine erste Wagner-Partie, den Tristan. 1952-53 wurde er als Tristan bei den Festspielen von Bayreuth bewundert, 1954 als Tannhäuser, 1953 und 1955-57 als Parsifal, 1953 und 1955-57 als Siegmund. 1962 sang er nochmals in Bayreuth die Baritonpartie des Telramund im »Lohengrin«. Neben Partien für Heldentenor behielt er Teile seines Bariton-Repertoires bei und kehrte gegen Ende seiner Karriere wieder ganz ins Bariton-Fach zurück. Hier waren seine großen Partien der Jago in Verdis »Othello«, der Titelheld in dessen »Falstaff« und der Scarpia in »Tosca«. 1969 verabschiedete er sich an der Oper von Santiago de Chile als Jago im »Othello« von Verdi von der Bühne. Bis 1972 betätigte er sich als Opernregisseur, für kurze Zeit leitete er als Direktor die Oper von Santiago de Chile. - Er war verheiratet mit der Sopranistin Mobley Lushanya, einer Chickasow-Indianerprinzessin aus dem amerikanische Staat Oklahoma. Diese erhielt ihre Ausbildung in den USA und bei der berühmten Koloratrice Luisa Tetrazzini in Italien. Sie debütierte 1938 in Triest als Butterfly und trat danach in Turin und Florenz auf. Sie kehrte dann wieder in die USA zurück, wo sie bei verschiedenen Operngesellschaften erschien und u.a. 1944 an der City Centre Opera New York die Santuzza in »Cavalleria rustican« sang. 1944 gastierte sie in Mexico City als Tosca; dort lernte sie den berühmten Sänger kennen, den sie heiratete. - Große, baritonal dunkel getönte, dabei ausdrucksstarke Heldentenor-Stimme von weitem Tonumfang, im italienischen und französischen wie im Wagner-Repertoire erfolgreich. Zugleich schätzte man ihn auf der Bühne als Darsteller von höchstem Rang.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Pitch of voice:
Tenor/Bariton

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
1962 Lohengrin Friedrich von Telramund
1957 Die Walküre Siegmund
1957 Parsifal Parsifal
1956 Die Walküre Siegmund
1956 Parsifal Parsifal
1955 Die Walküre Siegmund
1955 Parsifal Parsifal
1954 Tannhäuser Tannhäuser
1953 Tristan und Isolde Tristan
1953 Die Walküre Siegmund
1953 Parsifal Parsifal
1952 Tristan und Isolde Tristan



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