Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Jon Vickers (1958)
Portraitfoto Jon Vickers (1958)
Portraitfoto Jon Vickers (1958) <b>Jon Vickers als Siegmund</b>. Der Ring des Nibelungen (Inszenierung von Wieland Wagner 1951 – 1958)

Jon Vickers

Eigentlicher Name Jonathan Stewart; er wollte Medizin studieren, konnte aber keinen Studienplatz an der Universität erhalten. Er sang dann als Solist in Kirchen und in Winnipeg in der Operette »Naughty Marietta«. Nach seinem Gesangstudium am Konservatorium von Toronto bei George Lambert und bei Hermann Geiger-Torel trat er zuerst in Oratorien auf. 1954 debütierte er bei der Canadian Opera Company in Toronto als Herzog in Verdis »Rigoletto« und sang dort bis 1956. 1954-56 wirkte er auch beim Stratford Festival (Ontario), u.a. als José in »Carmen« und als Male Chorus in B. Brittens »The Rape of Lucretia«, mit. 1957 hatte er ein glanzvolles Debüt an der Londoner Covent Garden Oper als Riccardo in Verdis »Ballo in maschera«. Seitdem durchlief er eine sehr erfolgreiche, langjährige Karriere an diesem Opernhaus, an dem er bis 1969 Partien wie den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, den Radames in »Aida«, den Florestan im »Fidelio«, den Gisaone in »Medea« von Cherubini, den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns wie im »Samson« von Händel, den Aeneas in »Dido and Aeneas« von Purcell, den Énée in »Les Troyens« von Berlioz, den Siegmund in der »Walküre« und den Tristan sang. 1958 hörte man ihn bei den Festspielen von Bayreuth als Siegmund in der »Walküre«, 1964 als Parsifal. Er galt als hervorragender Wagner-Interpret, wobei man die Kraft und die Ausdrucksintensität seiner Stimme, deren Durchschlagskraft und Klarheit der Diktion und nicht zuletzt sein bezwingendes Bühnenspiel bewunderte. Regelmäßig gastierte er seit 1959 an der Staatsoper von Wien und an der Mailänder Scala. Mehrfache Gastspiele an der Grand Opéra Paris. An der Oper von Dallas feierte man ihn als Giasone in »Medea« von Cherubini zusammen mit Maria Callas in der Titelrolle. Die gleiche Partie sang er 1959 mit ihr an der Covent Garden Oper. 1959 wurde er für viele Jahre an die Metropolitan Oper New York berufen, wo er im Januar 1960 als Canio im »Bajazzo« debütierte und als Florestan im »Fidelio« und als Titelheld in »Peter Grimes« seine größten Erfolge hatte. 1973 wirkte er an diesem Opernhaus in der amerikanischen Premiere des Opernwerks »Les Troyens« von Berlioz als Énée mit. Er sang an der Metropolitan Oper in zwanzig Spielzeiten 16 Partien in 225 Aufführungen (ohne die Aufführungen bei der jährlichen Gastspiel-Tournee des Ensembles), von denen noch der Siegmund, der Othello von Verdi (eine seiner besonderen Glanzrollen), der Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und im »Samson« von Händel, der Laça in Janáceks »Jenufa« und der Alvarao in »La forza del destino« genannt seien. An der Mailänder Scala debütierte er 1960 als Florestan, an der Oper von Chicago 1961 als Siegmund. 1966-67 sang er bei den Festspielen von Salzburg den José in »Carmen« als Partner von Grace Bumbry, 1970-72 den Titelhelden im »Othello« von Verdi. Bei den Salzburger Osterfestspielen trat er u.a. als Tristan und als Siegmund auf. 1959-70 (Debüt als Radames) erschien er fast alljährlich an der Oper von San Francisco, seit 1975 auch an der Oper von Dallas, an der er als erste Partie den Tristan übernahm. 1975 sang er an der Oper von Boston die Titelrolle in der amerikanischen Premiere der Oper »Benvenuto Cellini« von Berlioz, bei den Opernfestspielen von Orange 1974 den Herodes in »Salome« von R. Strauss und den Pollione in »Norma«. Noch 1984 gastierte er in Kapstadt als Othello, 1985 sang er an der Covent Garden Oper die Titelrolle in einer szenischen Aufführung des Händel-Oratoriums »Samson«. Neben seiner Bühnenkarriere hochgeschätzter Konzert- und Oratoriensänger. Er wohnte seit 1957 in London.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Pitch of voice:
Tenor

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
1964 Parsifal Parsifal
1958 Die Walküre Siegmund



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