Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Martti Talvela
Portraitfoto Martti Talvela
Portraitfoto Martti Talvela <b>Martti Talvela als König Marke</b>. Tristan und Isolde (Inszenierung von Wolfgang Wagner 1962 – 1970) <b>Martti Talvela als Hermann, Landgraf von Thüringen</b>. Tannhäuser (Inszenierung von Wieland Wagner 1961 – 1967)
<b> Martti Talvela als Marke.</b> Tristan und Isolde (Inszenierung von Wolfgang Wagner 1962 - 1970) <b> Martti Talvela als Daland.</b> Der Fliegende Holländer (Inszenierung von August Everding 1969 - 1971)

Martti Talvela

* 04.02.1935 in Hiitola (Karelien)
† 22.07.1989 in Juva, Finnland

In seiner Jugend war er ein bekannter Sportler und wurde finnischer Meister im Schwergewichtsboxen. Er wurde zunächst Volksschullehrer, dann Ausbildung der Stimme am Konservatorium von Lahti durch den Pädagogen Taunokaivela und durch Carl Martin Öhman in Stockholm. Er debütierte 1960 als Gast an der Nationaloper von Helsinki in der Partie des Sparafucile im »Rigoletto«. 1961-62 Mitglied der Königlichen Oper Stockholm (Antrittsrolle: Commendatore im »Don Giovanni«), seit 1962 an der Deutschen Oper Berlin tätig. 1962 und 1965 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Titurel im »Pasifal«, 1964-66 den Landgrafen im »Tannhäuser«, 1969-70 den Daland im »Fliegenden Holländer«, 1966-70 den König Marke im »Tristan«, 1965-66 den Fasolt und 1965-66 den Hunding im Nibelungenring. Bei den Oster- wie bei den Sommerfestspielen von Salzburg kam er zu großen Erfolgen; bei den Sommerfestspielen sang er 1968 den Commendatore im »Don Giovanni«, 1978-84 den Sarastro in der »Zauberflöte«, 1980-81 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«; dazu trat er in Salzburg in Liederabenden auf. 1970 und 1972-73 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Hunding und Hagen, als Gurnemanz im »Parsifal« und als Dosifey in »Khovantchina« von Mussorgsky. 1972-79 künstlerischer Direktor der Opernfestspiele auf der finnischen Burg Savonlinna im Rahmen des Finnland Festivals, wie er denn überhaupt großen Einfluß auf das Musikleben seines Heimatlandes nahm. Gastspiele an der Mailänder Scala (Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«), in Rom und Bordeaux sowie an den Staatsopern von Hamburg und München und an den Opernhäusern von Köln und Bonn. Er bereiste als Konzertsänger Deutschland, Schweden, Finnland und die Sowjetunion. Seit 1964 auch der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verbunden. Dazu gastierte er regelmäßig an der Staatsoper von Wien. Man bewunderte zumal seine Kunst des Wagner- und Verdigesanges (Glanzrolle: König Philipp im »Don Carlos«). Im Oktober 1968 erfolgte sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Oper als Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«. Dort sang er 1974 mit grandiosem Erfolg die Titelrolle in Mussorsgksys »Boris Godunow« in der Originalfassung der Oper. Insgesamt ist er an der Metropolitan Oper in einer zwanzigjährigen Karriere in mehr als hundert Vorstellungen aufgetreten. Von den Partien, die er dort sang, sind der Hunding, der Fasolt, der Gurnemanz im »Parsifal«, der Kezal in Smetanas »Verkaufter Braut«, der Gremin im »Eugen Onegin«, der Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, der Sarastro und der Osmin zu nennen. 1969 hörte man ihn an der Oper von Chicago als Daland, 1987 in Los Angeles als Marke. Seit 1974 kam er zu einer großen Karriere an der Grand Opéra Paris. Dort hatte er 1977 abermals einen triumphalen Erfolg als Boris Godunow. Diese Partie und der König Philipp in Verdis »Don Carlos« trugen ihm 1977 in Moskau und Leningrad ähnliche Erfolge ein. 1978 sang er beim Finnland Festival in der Aufführungen der finnischen Oper »Die letzten Versuchungen« von Joonas Kokkonen die Partie des Predigers Paavo Ruotsalainen. Der Aufschwung, den das Opernleben während seiner Zeit in Finnland nahm, ist zum großen Teil auf seinen unermüdlichen Einsatz zurückzuführen. Er erwarb in seiner finnischen Heimat einen großen Bauernhof, den er neben seiner Tätigkeit als Sänger selbst bewirtschaftete. Er starb ganz plötzlich an einem Herzinfarkt am Vorabend der Hochzeit seiner ältesten Tochter. - Die Tonfülle und die Ausdruckskraft seiner Baßstimme wurden durch seine imposante Bühnenerscheinung und sein leidenschaftliches Darstellungsvermögen unterstützt und ließen ihn zu einem der großen Bassisten seiner künstlerischen Generation werden.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999

Pitch of voice:
Baß

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
1970 Der fliegende Holländer Daland
1970 Tristan und Isolde Marke
1969 Tristan und Isolde Marke
1969 Der fliegende Holländer Daland
1968 Tristan und Isolde Marke
1966 Das Rheingold Fasolt
1966 Tristan und Isolde Marke
1966 Die Walküre Hunding
1966 Tannhäuser Landgraf Hermann
1965 Parsifal Titurel
1965 Die Walküre Hunding
1965 Das Rheingold Fasolt
1965 Tannhäuser Landgraf Hermann
1964 Tannhäuser Landgraf Hermann
1962 Parsifal Titurel



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