Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Hans Beirer (1959)
Portraitfoto Hans Beirer (1959)
Portraitfoto Hans Beirer (1959) <b>Hans Beirer als Tannhäuser</b>. Tannhäuser (Inszenierung von Wieland Wagner 1961 – 1967) <b>Hans Beirer als Parsifal.</b> Parsifal (Inszenierung von Wieland Wagner (1951 - 1973)

Hans Beirer

* 23.06.1911 in Wien
† 24.06.1993 in Berlin

Er begann zuerst ein Medizinstudium in Wien. Dann Gesangstudium an der Wiener Musikakademie; Schüler von Tino Pattiera und Paul Neuhaus. Debüt 1936 am Landestheater von Linz (Donau) als Hans in Smetanas »Verkaufter Braut«; 1937-39 an den Stadttheatern von Basel und St. Gallen tätig, dann bis 1941 als Operettensänger am Mellini-Theater in Hannover. Seine Karriere wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, doch konnte er nach seiner Einziehung zum Militär am Theater am Nollendorfplatz in Berlin in Operettenrollen (u.a. als Danilo in der »Lustigen Witwe« und als Barinkay im »Zigeunerbaron«) auftreten. 1943 wurde er an die Städtische Oper (Deutsche Oper) Berlin verpflichtet, an der er als Nando in »Tiefland« von E. d'Albert debütierte, und der er während seiner gesamten weiteren Karriere verbunden blieb. 1948 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Circe« von Werner Egk mit. Er wurde als Wagner-Tenor bekannt, nachdem er anfänglich im lyrischen Stimmfach aufgetreten war. Seit 1958 Mitglied der Staatsoper von Hamburg, 1962-87 der Staatsoper Wien (dort fand 1987 sein letzter Auftritt als Ägisth in »Elektra« von R. Strauss statt). Er entfaltete eine sehr umfangreiche Gastspieltätigkeit. So sang er an der Mailänder Scala 1950-51 den Tannhäuser und den Parsifal, 1952 den Walther von Stolzing in den »Meistersingern« (unter W. Furtwängler), 1957 den Tristan, 1967 wieder den Tannhäuser, am Teatro San Carlo Neapel 1949-50 den Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg, an der City Centre Opera New York 1950 den Walther von Stolzing, an der Grand Opéra Paris 1955 den Siegfried im Nibelungenring, 1957 den Tannhäuser und den Othello von Verdi, 1958 den Tristan, 1960 den Erik im »Fliegenden Holländer«, den Florestan im »Fidelio« und den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, 1961 den Siegmund und 1968 wieder den Tannhäuser. Am Teatro Comunale Bologna hörte man ihn 1957 als Siegfried, am Teatro Colón Buenos Aires 1963 als Tristan, am Teatro San Carlos Lissabon 1961 als Samson, 1961 auch als Gast am Teatro Liceo Barcelona aufgetreten, 1964 und 1965 am Opernhaus von Lyon, 1964 in Toulouse (als Verdis Othello), 1962 und 1963 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1953 an der Londoner Covent Garden Oper (als Siegmund). An der Oper von Rom gastierte er 1949 als Parsifal (mit Maria Callas und Cesare Siepi als Partnern), 1952 als Siegmund, 1953 und 1955 als Tristan, 1957 und 1966 wieder als Siegmund, 1965 als Tristan; Gastspiele führten ihn auch an die Staatsopern von München und Stuttgart, an die Opernhäuser von Marseille und Kopenhagen wie an das Teatro Carlo Felicein Genua. 1958-62 bei den Bayreuther Festspielen als Parsifal gefeiert, 1959 als Tristan, 1961 als Tannhäuser. Bei den Salzburger Festspielen von 1951 sang er den Tambourmajor in »Wozzeck« von A. Berg und in der »Zauberflöte«. Am 23.5.1971 wirkte er an der Wiener Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Der Besuch der alten Dame« von Gottfried v. Einem mit, 1976 in der von »Kabale und Liebe« vom gleichen Komponisten. 1972 sang er an der Deutschen Oper Berlin den Alfred in der »Fledermaus«. An diesem Haus wirkte er über 40 Jahre und wurde dessen Ehrenmitglied. Bei einer Vorstellung als Siegfried in der gleichnamigen Wagner-Oper verletzte er sich dort 1981 bei einem Sturz auf der Bühne im ersten Akt schwer, beendete aber dennoch, vom Publikum umjubelt, die Aufführung; an seinem 75. Geburtstag sang er 1986 in Berlin den Herodes in »Salome« von R. Strauss. Zu Beginn seiner Karriere trat er in Partien aus dem lyrischen Fach auf: als Hans in der »Verkauften Braut« von Smetana, als Rodolfo in »La Bohème«, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Herzog im »Rigoletto«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana« und als José in »Carmen«; seine großen heldischen Partien waren dann neben den Wagner-Heroen der Vasco in Meyerbeers »Africaine«, der Radames in »Aida«, der Florestan im »Fidelio« und der Pedro in »Tiefland« von E. d'Albert. Er war vielseitig interessiert und betätigte sich auch als Schriftsteller und Maler.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999

Pitch of voice:
Tenor

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
1962 Parsifal Parsifal
1961 Tannhäuser Tannhäuser
1961 Parsifal Parsifal
1960 Parsifal Parsifal
1959 Tristan und Isolde Tristan
1959 Parsifal Parsifal
1958 Parsifal Parsifal



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