Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Christa Ludwig (1967)
Portraitfoto Christa Ludwig (1967)
Portraitfoto Christa Ludwig (1967) <b>Christa Ludwig als Kundry</b>. Parsifal (Inszenierung von Wieland Wagner 1951 – 1973)

Christa Ludwig

Ihr Vater, Anton Ludwig (1888-1957), war zuerst Bariton, dann Tenor, später Direktor verschiedener Theater und u.a. Generalintendant des Stadttheaters von Aachen; ihre Mutter, Eugenie Ludwig- Besalla (1899-1993), hatte eine erfolgreiche Karriere als Altistin gehabt. Christa Ludwig wurde in erster Linien durch ihre Mutter, dann an der Musikhochschule von Frankfurt a.M. ausgebildet und studierte auch bei der großen Sopranistin Felicie Hüni-Mihaczek in München. Sie debütierte 1946 am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Orlowsky in der »Fledermaus«. Sie blieb bis 1962 an diesem Haus, sang dann 1962-65 am Staatstheater von Darmstadt, 1954-55 am Staatstheater von Hannover. 1955 wurde sie an die Wiener Staatsoper berufen und kam jetzt zu einer schnellen Karriere auf internationalem Niveau. Sie blieb mit der Wiener Oper in einer fast vierzigjährigen Karriere verbunden und hatte dort ihre eigentliche künstlerische Heimat. Sie sang an der Wiener Oper am 17.6.1956 in der Uraufführung der Oper »Der Sturm« von Frank Martin, am 23.5.1971 in der Uraufführung von G. von Einems »Der Besuch der alten Dame« die Rolle der Claire. Jahrelang stand sie im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele. Sie sang dort 1955-61 und 1964 die Dorabella in »Così fan tutte«, 1955-58 und 1960 den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, 1955-56 die 2. Dame in der »Zauberflöte«, 1955 den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1962-63 die Iphigenie in Glucks »Iphigenie in Aulis«, 1960 und 1975 die Eboli in Verdis »Don Carlos«, 1981-82 die Quickly in dessen »Falstaff«, 1964 die Leonore im »Fidelio«, 1974 die Färberin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss. 1957 wirkte sie in Salzburg in der Uraufführung von Liebermanns »Schule der Frauen« mit, 1973 in der von Carl Orffs »De temporum fine comoedia«, weiter bis 1990 in vielen Konzerten, Oratorienaufführungen und Liederabenden. Gastspiele an der Mailänder Scala, an der Städtischen Oper (Deutsche Oper) Berlin, an den Staatsopern von München und Hamburg, an den Opernhäusern von Brüssel und Rom lieferten Beiträge zum Weltruhm der Künstlerin. Ihr Nordamerika-Debüt erfolgte 1959 als Dorabella an der Oper von Chicago. Im Dezember 1959 debütierte sie dann an der Metropolitan Oper New York als Cherubino in »Figaros Hochzeit«. Dort sang sie Partien wie die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Färberin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Klytämnestra in »Elektra«, den Octavian (und 1968 überraschend die Marschallin) im »Rosenkavalier«, die Dido in »Les Troyens« von Berlioz, die Leonore im »Fidelio«, die Fricka, die Ortrud und die Kundry und noch 1988 und 1990 die Fricka und die Waltraute in der »Götterdämmerung«, insgesamt 14 verschiedene Partien in 11 Spielzeiten. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1966 die Brangäne im »Tristan«, 1967 die Kundry im »Parsifal«. Seit etwa 1960 fügte sie eine Anzahl von dramatischen Sopranpartien (Leonore im »Fidelio«, Marschallin im »Rosenkavalier«, Färberin in der »Frau ohne Schatten«, Dido in »Les Troyens«) in ihr ohnehin sehr umfangreiches Repertoire ein. 1976 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Carmen und als Amneris in »Aida«. An der Pariser Grand Opéra sang sie die Färberin und die Ottavia in Monteverdis »Incoronazione di Poppea«, auch die Fricka im Nibelungenring. Ihre große Karriere dauerte mit unvermindertem Glanz länger als 40 Jahre. 1990 gastierte sie am Theater von Innsbruck als Klytämnestra in »Elektra«, 1991 gab sie eine großen Liederabend in der Londoner Wigmore Hall. Im Februar 1995 verabschiedete sie sich an der Wiener Staatsoper in der Partie der Klytämnestra von der Bühne. 1957-68 in erster Ehe mit dem Baß-Bariton Walter Berry (* 1929) verheiratet; in zweiter Ehe heiratete sie den französischen Regisseur Paul-Émile Deiber. Sie veröffentlichte ihre Erinnerungen unter dem Titel »Und ich wäre so gern Primadonna gewesen« (1994). - Christa Ludwig gehört zu den bedeutendsten Sängerinnen ihrer Generation. Die hohe Musikalität ihrer Stimmführung, der weite Tonumfang ihrer Stimme, die Stilsicherheit ihres Vortrags und ihre musikalische wie darstellerische Charakterisierungskunst waren in einem überaus umfangreichen Bühnen- wie Konzertrepertoire nicht genug zu bewundern.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Stimmlage:
Mezzosopran/Sopran

Mitwirken in Bayreuth

Jahr Werk Funktion/Rolle
1967 Parsifal Kundry
1966 Tristan und Isolde Brangäne



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