Bayreuther Festspiele

Camilla Nylund

Camilla Nylund zählt heute zu den weltweit führenden lyrisch-dramatischen Sopranen. Bei ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen 2008 mit dem Cleveland Orchester unter der Leitung von Franz Welser-Möst zeigte sich die Presse begeistert, so lobte sie die franzöische Zeitung le Monde in höchsten Tönen: “Camilla Nylund, superbe, dense, murmurant sa ‘Romance à la lune’, ou tonnant, toujours émouvante en Rusalka.”
Die finnische Sopranistin singt regelmäßig auf den wichtigen Konzertpodien mit den führenden Orchestern und Dirigenten und  ist Gast an den großen Opernhäusern von Zürich, Wien, Paris, Berlin, Dresden, Köln, Hamburg, Tokio, Helsinki, Barcelona, San Diego, Amsterdam, Bayreuth, San Francisco, London und Mailand.
Den internationalen Durchbruch für Camilla Nylund brachte die Spielzeit 2004/2005 mit zahlreichen Rollendebüts: als Elisabeth (Tannhäuser) an der Bayerischen Staatsoper in München, als Salome in Köln, als Leonore (Fidelio) am Opernhaus Zürich. Diese drei Partien wurden Paraderollen für Camilla Nylund. So sang sie Salome in verschiedenen Produktionen der Wiener Staatsoper, in Toulouse, in Valencia (unter Zubin Mehta) und an der Semperoper in Dresden, dort auch im Rahmen eines Japan-Gastspiels. 2009 debütierte sie äußerst erfolgreich mit dieser Rolle an der Bastille-Oper in Paris.
Bei den Bayreuther Festspielen debütierte sie 2011 als Elisabeth im Tannhäuser. Diese Rolle verkörperte sie auch in San Diego, in Köln, am Festspielhaus in Baden-Baden (auf DVD veröffentlicht) und bei einem Japan-Gastspiel der Semperoper Dresden.
Die Leonore im Fidelio sang Camilla Nylund am Theater an der Wien, am Opernhaus Zürich und im Rahmen einer Japan-Tournee der Osterfestspiele Salzburg unter der Leitung von Sir Simon Rattle.
Die Titelrolle in Dvoraks Rusalka ist ein weiterer Schwerpunkt in Camilla Nylunds Karriere. Hier gab es eine Reihe bedeutender Debüts: 2008 bei den Salzburger Festspielen, 2011 am Royal Opera House Covent Garden in London (Hausdebüt) und 2012 am Liceo in Barcelona.
Gleichermaßen bekannt ist die finnische Sopranistin für ihre Interpretation der Elsa im Lohengrin. Nach ihrem Debüt in Köln hat sie die Rolle an der Semperoper Dresden, an der Wiener Staatsoper, konzertant am Concertgebouw in Amsterdam und vor kurzem sehr erfolgreich auch in San Francisco verkörpert.
Als Eva in Die Meistersinger von Nürnberg war sie an der Hamburgischen Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper und an der Semperoper Dresden zu erleben.
 
Neben Wagner-Partien sind auch Strauss-Partien reich in Camilla Nylunds Repertoire vertreten. So sang Camilla Nylund die Titelrolle in Arabella an der Bayerischen Staatsoper in München, der Oper Frankfurt und an der Wiener Staatsoper. Krysothemis in Elektra an der Nederlandse Opera, Gräfin in ‘Capricco’ in Köln und Venedig und die Titelrolle in Ariadne auf Naxos an der Wiener Staatsoper.
Weitere Opernproduktionen waren u. a. Don Carlo (Elisabeth) an der Nederlandse Opera und Eugen Onegin (Tatjana) an der Hamburgischen Staatsoper.
Bedeutende Neuproduktionen, in denen Camilla Nylund mitwirkte, waren u. a. Mussorgskis Chowanschtschina (Emma) an der Bayerischen Staatsoper und Lehars Lustige Witwe (Hanna Glawari) an der Hamburgischen Staatsoper. An der Deutschen Oper Berlin sang sie die Irene in Wagners Rienzi mit großem Erfolg, in Dresden trat sie als Esmeralda in Notre Dame von Franz Schmidt und in der Titelpatie von Strauss’ Daphne auf; an der Finnischen Nationaloper in Helsinki war sie als Marietta in Korngolds Die tote Stadt und als Marja in Aarre Merikantos Juha zu Gast.
Im Mai 2013 feierte Camilla Nylund ihr äußerst erfolgreiches Rollendebüt als Sieglinde an der Wiener Staatsoper. In Genf wird sie demnächst die Titelrolle in Rusalka singen, in Frankfurt die Ariadne. Nach Bayreuth wird sie als Elisabeth zurückkehren und nach Helsinki als Marietta. Weitere zukünftige Verpflichtungen umfassen Neuproduktionen von Lohengrin und Freischütz an der Wiener Staatsoper, die Titelrollen in Salome (Staatsoper Berlin und Philadelphia Opera) und Arabella (Hamburgische Staatsoper). Amsterdam hat sie als Marschallin in der Neuproduktion Der Rosenkavalier eingeladen.
Camilla Nylund ist regelmäßiger Gast bei führenden Orchestern Europas und Nordamerikas. Sie arbeitete u. a. mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Nikolaus Harnoncourt, Franz Welser-Möst, Daniel Barenboim, Esa-Peka Salonen, Helmuth Rilling, Marek Janowski, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Osmo Vänskä, Philippe Herreweghe und Jukka-Pekka Saraste. Einige Höhepunkte ihrer Konzerttätigkeit waren: Beethovens 9. Sinfonie mit Daniel Barenboim in Chicago, unter Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern und zusammen mit dem Orchester der Mailänder Scala,  Schumanns Faustszenen mit Ingo Metzmacher in Berlin, Henzes Monumentaloratorium Floß der Medusa mit Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern. Jüngst hat sie die Vier letzten Lieder mit dem Olso Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste gesungen.
Camilla Nylund hat diverse Alben aufgenommen – mehr als dreißig CD- und DVD-Aufnahmen, von Labels wie Sony Classical, Ondine, Hänssler classic, ArkivMusik, ArtHaus Musik und andere. Im Januar 2013 wurde die CD ‘Wagner’ zusammen mit Klaus Florian Vogt von Sony Classical veröffentlicht. Weitere neue Veröffentlichungen beinhalten Mahlers VIII. Symphonie in Es Dur, Symphonie der Tausend mit dem Royal Concertgebouw Orchester unter der Leitung von Mariss Jansons, sowie live-Aufnahmen von Strauss Elektra an der Nederlandse Opera. Ihr lang ersehntes Album ‘Transfiguration’ mit berühmten Wagner- und Strauss-Szenen und Arien wurde 2011 von Ondine veröffentlicht.
In weiteren CD-Produktionen ist sie als Leonore zu hören, in der original 1805-Version von Fidelio, Op. 72 mit dem Vienna Radio Symphonie Orchester unter Bertrand de Billy und ein Live-Mitschnitt ihres Rusalka-Debüts bei den Salzburger Festspielen 2008.
Zusammen mit anderen Künstlern erscheint sie auch auf der CD ‘Children First’ – einem Projekt der Unicef.
In DVD-Produktionen ist Camilla Nylund u. a. bei Arthaus Musik vertreten, das den Mitschnitt Rienzi (C. Nylund in der Rolle der Irene) an der Deutschen Oper Berlin veröffentlicht hat, sowie in einer Tannhäuser-Produktion (hier als Elisabeth) des Festspielhauses Baden-Baden.
Im Mitschnitt des Opernhauses Zürich 2004 ist sie Leonore in Fidelio, unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt, veröffentlicht von ArkivMusic.
2007 wurde Mussorgskis Chowanschtschina live von der Bayerischen Staatsoper veröffentlicht und 2002 kam ihre erste DVD-Einspielung auf den Markt: Antikrist von Rued Langgaard, zusammen mit der Royal Danish Opera.

Camilla Nylund wurde im Finnischen Vaasa geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung von Proressor Eva Illes und am Mozarteum Salzburg. 1995 bekam sie für ihre herausragenden Leistungen die Lilli Lehman Medaille von der Internationalen Stiftung des Mozarteums verliehen. Seit 2003 studiert sir bei Prof.Irmgard Boas.
Nach einem herausragenden Hausdebüt an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover wurde sie Ensemblemitglied von 1995 bis 1999.
1996 hatte Camilla Nylund ihr Hausdebüt an der Finnish National Opera 1996 als Contessa in Le nozze di Figaro.
Von 1999 bis 2002 war sie im Ensemble der Semperoper Dresden engagiert, wo sie unter anderem auch durch ihre Darbietungen in Così fan tutte, Falstaff, La Clemenza di Tito, Die Meistersinger von Nürnberg, Arabella, Tannhäuser, Der Rosenkavalier, Der Freischütz und Der Fledermaus bekannt wurde. Während ihres Dresden-Engagements wurde sie mit dem Christel Goltz-Preis ausgezeichnet.
2008 wurde ihr der Titel ‘Kammersängerin’ vom Freistaat Sachsen verliehen. 2013 erhielt sie den Schwedischen Kulturpreis für ihre herausragenden Leistungen.



Stimmlage:
Sopran

Mitwirken in Bayreuth

Jahr Werk Funktion/Rolle
2014 Tannhäuser Elisabeth, Nichte des Landgrafen
2013 Tannhäuser Elisabeth, Nichte des Landgrafen
2012 Tannhäuser Elisabeth, Nichte des Landgrafen
2011 Tannhäuser Elisabeth, Nichte des Landgrafen



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