Bayreuther Festspiele

Tristan und Isolde
Tristan und Isolde

Tristan und Isolde

Besetzung 2016

Musikalische Leitung Christian Thielemann
Regie Katharina Wagner
Bühne Frank Philipp Schlößmann
Matthias Lippert
Kostüm Thomas Kaiser
Dramaturgie Daniel Weber
Licht Reinhard Traub
Chorleitung Eberhard Friedrich
 
Tristan Stephen Gould
Marke Georg Zeppenfeld
Isolde Petra Lang
Kurwenal Iain Paterson
Melot Raimund Nolte
Brangäne Christa Mayer
Claudia Mahnke
(1.8, 5.8)
Ein Hirt Tansel Akzeybek
Ein Steuermann Kay Stiefermann
Junger Seemann Tansel Akzeybek

Zur Inszenierung

„Tristan und Isolde“ als „Handlung“ zweier Menschen, deren Wirklichkeit von Beginn an perspektivlos und unüberwindbar ist: Es existiert nicht für jedes irdische Problem eine irdische Lösung. Beide wissen um das Dilemma, die Folgen sind ihnen in jedem Moment bewusst, sie nehmen die Konsequenzen an, nicht verklärt, verzweifelt oder unter dem Einfluss eines Zaubertrankes. Es ist ein „Ja!“ zum „Sein“ ohne moralische und gesellschaftliche Rechtfertigung, es gibt keine Alternative, alles andere wäre ein „Nicht-Sein“. Tristan und Isolde selbst sind „schuldig“ – „Den furchtbaren Trank, der der Qual mich vertraut, ich selbst, ich selbst, ich habʼ ihn gebraut!“1.

Wenn Thomas Mann sagt, „nur ihr Glaube, den Tod getrunken zu haben, löst sie seelisch aus dem Sittengesetz des Tages“, so bedarf es nicht einmal eines „reinen Wassers“, „was die Liebenden trinken“2. Wie könnte der Ziehvater und Bräutigam, der König, auf eine solch rücksichtslose öffentliche Provokation verständnisvoll reagieren? Wenn es nicht einmal die Liebenden selbst wagen, auf seine Güte und Selbstlosigkeit zu hoffen, stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit seiner balsamischen Worte umso mehr.

Brangänes und Kurwenals aussichtslose und verzweifelte Versuche, den Gang der Dinge zu beeinflussen, müssen scheitern; sie wissen natürlich, was das Verhalten ihrer Herren zur Folge hat. Nicht nur die Sorge um Tristan und Isolde bestimmt ihr Handeln, auch die Verzweiflung über die Frage der eigenen Existenz treibt sie zunehmend an. Doch sie können Tristan und Isolde nicht trennen, sich ihnen nicht in den Weg stellen oder ihr Drängen zueinander verhindern. Brangäne und Kurwenal können ebenso wenig Markes Mauern überwinden, noch sich seiner gleißenden Verfolgung entziehen.

Die Realität ist eng, trostlos und aussichtslos. Die verhängnisvolle Dreieckskonstellation treibt die Protagonisten in die Ecke, jagt sie wie Tiere, die man in die Enge treibt.
Kennst du das alte Liedchen?
Es klingt so süß, es klingt so trüb!
Sie mußten beide sterben,
sie hatten sich viel zu lieb.3

Ob die verklärende oder verklärte Isolde „in Brangänes Armen sanft auf Tristans Leiche“4 sinkt, ob sie stirbt, mit Marke leben oder durch Marke sterben muss: „Sie mußten beide sterben“.

Katharina Wagner, Daniel Weber

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1 Richard Wagner, Tristan und Isolde, Dritter Aufzug (Tristan), Edition C.F. Peters Frankfurt am Main Leipzig 1942
2 Thomas Mann, Leiden und Größe Richard Wagners, April 1933, in: Wagner und unsere Zeit, Aufsätze Betrachtungen Briefe, Hrsg: Erika Mann, Fischer Frankfurt am Main 1983
3 Heinrich Heine, in: Neuer Frühling, 1830, in: Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge, Hrsg: Klaus Briegleb, Insel Frankfurt am Main Leipzig 1993
4 Richard Wagner, Tristan und Isolde, Dritter Aufzug (Szenenanweisung), Edition C.F. Peters Frankfurt am Main Leipzig 1942



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