Zäsuren – Bayreuther Festspielgespräche
6. bis 13. August 2010
Im Rahmen dieser erstmaligen Veranstaltungsreihe gewähren renommierte Gesprächspartner auf der Probebühne IV der Bayreuther Festspiele Einblicke in das Werk Richard Wagners und laden zum
Gedankenaustausch ein.
Richard Wagner gehört zu den großen Denkern der "Zäsur", des Einschnitts, des radikalen Neubeginns: In krisenhafte Gesellschaften brechen charismatische Außenseiter ein und treten ein mehr oder
weniger schweres Erbe an - oder schlagen es aus. Impulse kommen immer aus der Fremde: von reinen Toren (Parsifal), Gralskönigen (Lohengrin) oder wahrhaft "Freien" (Siegfried). Wagner erträumt die
große Generalpause der Geschichte. Einen Ort für seine Werke jedoch fand er nicht auf den Ruinen einer zerstörten Welt - sondern in Bayreuth. Und seine Werke offenbaren, bei näherer Betrachtung,
ein Ringen um die Balance zwischen Neubeginn und Kontinuität. Sie sind zwischen Mythos und Utopie angesiedelt. Diese Spannung zwischen den Extremen macht seine Werke bis heute akut. Viele seiner
Ansprüche und Ideen bleiben Utopien, andere sind auf unvorhersehbare Weise erfüllt worden.
Die diesjährige Gesprächsreihe der Bayreuther Festspiele spürt den Wegen nach, auf denen Richard Wagners Werk und Denken in Kunst und Politik des 20. und 21. Jahrhunderts Eingang gefunden hat. Es
moderiert Carsten Jenß, Dramaturg für Musiktheater, Ballett und Konzert am Staatstheater Mainz.
6. August, 14.00 Uhr l Gustav Seibt
Wir sind König: Richard Wagner und die Demokratie
8. August, 16.00 Uhr l Stephan Mösch
Aus dem "mystischen Abgrund": Dirigenten der Bayreuther Festspiele
10. August, 14.00 Uhr l Hermann Nitsch
Weihe und Spiel: Der Erbe und seine Erben
13. August, 14.00 Uhr l Herfried Münkler
Geschichte des Geschichtslosen: Siegfrieds Nachleben
Eine Veranstaltung der Bayreuther Festspiele,
durchgeführt von der BF Medien GmbH.
Die Reihe „Zäsuren - Bayreuther Festspielgespräche“
wird ermöglicht durch:

Weitere Informationen unter www.bayreuther-festspiele.de/zaesuren