Bayreuther Festspiele

1 Abbildung: Archiv Bernd Mayer
 

4. und 5. August 2010: Symposion
„Wann geht der nächste Schwan?“ 

Wunder zwischen Strategie und Emergenz

Internationales Symposion der Bayreuther Festspiele und der Freien Universität Berlin


Mit Beiträgen von:
u. a. Natascha Adamowsky, Christoph Bochinger, Sieghart Döhring, Ute Frevert, Gunter Gebauer, Friedrich Wilhelm Graf, Friedemann Kreuder, Jan Lazardzig, David J. Levin, Claus-Dieter Osthövener, Sibylle Peters, Martin Puchner, Jens Roselt

4. und 5. August 2010 - Beginn jeweils 10 Uhr

Probebühne IV – Festspielhügel / Eintritt frei

Konzeption und Leitung:
Clemens Risi, Robert Sollich, Anna Toewe

Organisation:
Gerda Mayer

Telefon: 0921-7878-0
E-Mail: symposion@bayreuther-festspiele.de

Wunder zwischen Strategie und Emergenz

Wunder gibt es bekanntlich immer wieder und, was vielleicht noch erstaunlicher ist, es gibt sie immer noch. Ungeachtet aller Religionskritik und Aufklärungsschübe der letzten Jahrhunderte sind Wunder in aller Munde geblieben. An Wunder wird geglaubt, Wunder werden beschworen, Wunder werden beschrieben, und dafür muss man nicht einmal nach Lourdes pilgern. Es genügt ein Blick ins Hollywood-Kino, in die Rhetorik von Sportreportagen oder zu den Bayreuther Festspielen, wo dieses Jahr wieder eines der wohl berühmtesten Wunder der Operngeschichte auf dem Spielplan steht: das plötzliche Auftauchen eines namenlosen, von einem Schwan gezogenen Ritters, dessen bloßes Erscheinen eine gespaltene Welt zu einen und zu erlösen verspricht und als dessen wahres Wunder nicht nur eingefleischten Wagnerianern die Musik gilt. Die Neuinszenierung des Lohengrin durch Hans Neuenfels soll zum Anlass genommen werden, im Rahmen eines Symposions religiöse, politische und ästhetische Facetten des Wunder-Begriffs zu beleuchten und, ausgehend von Wagners Romantischer Oper, Reiz und Gefahren von Wundergläubigkeit zu diskutieren.



PROGRAMM

MITTWOCH, 4. AUGUST 2010

10.00 Uhr

Begrüßung Festspielleitung
Einführung Clemens Risi, Robert Sollich

 

WUNDER IN RELIGION UND POLITIK

10.30 Uhr

Friedrich Wilhelm Graf
(Ludwig-Maximilians-Universität München):
Wunderwünsche deuten – über den Bedarf an Unterbrechung des Alltags

Christoph Bochinger (Universität Bayreuth):
Der Eingriff des Unverfügbaren –
Wunder in religionswissenschaftlicher Perspektive

12.00 Uhr

Ute Frevert
(Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin):
Moderne Politik, charismatische Herrschaft und die Vertrauensfalle

Claus-Dieter Osthövener
(Bergische Universität Wuppertal):
Wagners Musikdramen in der protestantischen Diskussion bis 1918

13.00 Uhr

Pause

 

WUNDER VON DIESER WELT

15.00 Uhr

Sibylle Peters
(Forschungstheater im FUNDUS THEATER, Hamburg):
Anleitung zur Wundersuche

Natascha Adamowsky (Humboldt-Universität Berlin):
Wunder des Meeres – kultur- und medienästhetische Überlegungen zur Repräsentation des Inkommensurablen

Jan Lazardzig (Freie Universität Berlin):
Techniken des Wunderbaren

16.30 Uhr

Pause

 

MUSIKTHEATERWUNDER

17.00 Uhr

Friedemann Kreuder (Johannes Gutenberg- Universität Mainz):
Von „Schwanfeldern“ und Schwanenrittern – Zur Theatralität des Wunder(lande)s in der mittelalterlichen Giulleria und bei Richard Wagner

Sieghart Döhring (Universität Bayreuth/ Forschungsinstitut für Musiktheater Schloss Thurnau):
Das Wunderbare und die Geschichte – Lohengrin und die Traditionen von romantischer und historischer Oper

DONNERSTAG, 5. AUGUST 2010

10.00 Uhr

David J. Levin (University of Chicago):
Wunder Punkt – Bemerkungen zu einer zwiespältigen Ästhetik der Opernszene

Martin Puchner (Harvard University):
Die Benennung der Welt

11.00 Uhr

Pause

 

WUNDER UND POPULÄRKULTUR

11.30 Uhr

Jens Roselt (Stiftung Universität Hildesheim):
Wunder mit Hymen – Szenen der Jungfrau von Orléans

Gunter Gebauer (Freie Universität Berlin):
Wunder und Glauben im Sport


Bayreuther Festspiele, Freie Universität Berlin, Gesellschaft Freunde von Bayreuth e.V.



Bayreuther Festspiele GmbH - Festspielhügel 1-2 - 95445 Bayreuth
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